Uwe Becker zum neuen Präsidenten der DIG gewählt

Uwe Becker

Klare Forderungen an die Bundespolitik in Magdeburg beschlossen
 
Der Frankfurter Bürgermeister und Hessische Antisemitismusbeauftragte Uwe Becker ist auf der Hauptversammlung der Deutsch-Israelischen Gesellschaft in Magdeburg von den Delegierten aus den insgesamt 53 Arbeitsgemeinschaften aus dem gesamten Bundesgebiet zum neuen Präsidenten gewählt worden. Der bisherige Präsident Hellmut Königshaus hatte aus persönlichen Gründen auf eine erneute Kandidatur verzichtet. Becker dankte ihm für die hervorragende Arbeit in den zurückliegenden vier Jahren, in denen Königshaus die Gesellschaft stark aufgestellt und gerade auch das Engagement der jungen Mitglieder im Jungen Forum besonders gestärkt habe.
 
Als Vizepräsidentinnen und –präsidenten wurden gewählt: Philipp J. Butler, Michaela Engelmeier, Dr. Marcus Faber MdB, Dr. Kirsten Kappert-Gonther MdB, Claudia Korenke und Maya Zehden.
 
Alter und neuer Schatzmeister Dr. Hermann Kuhn.
 
Als weitere Mitglieder des Präsidiums wurden gewählt: Yoram-Illy Ehrlich, Helge David Gilberg, Matheus Hagedorny, Aras Nathan Keul, Daniel Killy und Vincent Wolff.
 
 „Wir leben in einer Zeit der wohl größten gesellschaftlichen Herausforderungen der letzten Jahrzehnte in Deutschland und Europa. Wir sehen ein Auseinandergehen unserer Gesellschaft und ein Anwachsen des Antisemitismus von der extremen Rechten über den eher linksintellektuell geprägten Antizionismus bis hin zu einer Judenfeindlichkeit aus Kulturkreisen, in denen schon Kinder darin erzogen werden, Juden zu hassen. In all diesen Schattierungen spielt der Israel bezogene Judenhass eine besondere Rolle. Israel ist der einzige demokratische Rechtsstaat im Nahen Osten, ein Land der Vielfalt und Buntheit und der einzige Ort in dieser Region, wo Christen, Juden, Muslime und nicht religiöse Menschen ihr Leben bei allen gesellschaftlichen Konflikten, die es auch in Israel gibt, frei gestalten können. Dieses Bild gilt es, den Menschen in unserem Land zu vermitteln und etwa über einen verstärkten Jugendaustausch gerade auch die junge Generation das echte Israel erfahren zu lassen “, betonte Becker.
Gleichzeitig stellte Becker auch klare Forderungen an die Bundespolitik:
 
Abstimmverhalten bei den Vereinten Nationen ändern
 
„Wenn die Bundesregierung in vorbildlicher Weise die Staatsräson gegenüber dem Existenzrecht Israels betont, dann muss diese auch in der praktischen Politik unmissverständlich stattfinden. Deshalb muss sich das Deutsche Abstimmverhalten bei Beschlüssen der Vereinten Nationen ändern. Statt sich bei israelkritischen Resolutionen zu enthalten, muss sich Deutschland klar und solidarisch verhalten und alle Bestrebungen ablehnen, Israel fortlaufend einseitig an den Pranger zu stellen.

Einfrieren der Finanzhilfen an die Palästinensische Autonomiebehörde
 
Ebenso muss es zumindest ein teilweises Einfrieren der Finanzhilfen an die Palästinensische Autonomiebehörde (PA) geben, solange von dort aus Rentenprogramme für Terroristen und deren Familien finanziert werden. Denn derzeit macht die PA Terrorismus auch noch lukrativ und zumindest mittelbar fließen damit Deutsche und Europäische Steuergelder in den Kampf gegen Israel.
Verbot der terroristischen Hizbollah in Deutschland
 
Wir müssen in Deutschland auch zu einer eindeutigen Einstufung der Hizbollah als Terrororganisation kommen und diese verbieten, da man nicht zwischen einem terroristischen und einem politischen Arm dieser Terrororganisation unterscheiden kann und darf.

Sanktionen gegenüber dem Iranischen Regime
 
Auch im Umgang mit dem Iranischen Regime muss Deutschland seine Staatsräson über alle anderen Interessen stellen und für die notwendigen Sanktionen eintreten. Dabei geht es nicht um das Iranische Volk, das selbst vom Mullah-Regime unterdrückt wird. Denn auch unabhängig von der Frage des Atomdeals, muss die Bundesregierung erkennen, dass das Iranische Regime über seine Garden in Syrien oder durch die Unterstützung der Hizbollah im Libanon und das Hineinwirken nach Gaza einen Kampf gegen Israel führt, der schmerzhafte Sanktionen zur Folge haben muss.
 
Abgrenzung von der AfD
 
Die Delegierten beschlossen zudem eine klare Abgrenzung gegenüber der AfD, die mit ihrer Politik Hass schüre und damit das gesellschaftliche Klima in unserem Land so vergifte, dass Antisemitismus, Rassismus und völkisches Denken einen Nährboden finde.
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Klare Abwehr der Kritik des UN-Hochkommissars am BDS-Beschluss des Bundestages
 
Die Hauptversammlung wehrte gleichzeitig auch die jüngste Kritik des UN-Hochkommissars für Menschenrechte am Beschluss des Deutschen Bundestages zur antisemitischen BDS-Bewegung ab.
„Der Deutsche Bundestag hat mit seinem wichtigen und richtigen Beschluss zur BDS-Bewegung keine Einschränkung der Meinungsfreiheit vollzogen, sondern sich klar gegen die Verbreitung von Antisemitismus in unserem Land gestellt. Israel bezogener Judenhass darf in Deutschland nicht auch noch finanziell gefördert werden und genau dies hat der Bundestag in kluger und klarer Form beschlossen. Es ist wichtig, dass die Bundesregierung die Kritik des UN-Hochkommissars zurückweist und sich vor den Deutschen Bundestag stellt“, sagte Becker.
 
Berlin, den 28. Oktober 2019
Deutsch-Israelische Gesellschaft e.V.

Foto: Der neue DIG-Präsident Uwe Becker (© Itsuweb, CC BY-SA 4.0, Wikipedia).

Download: Magdeburger Erklärung

"Die Erde ist eine Scheibe und Israel ein Apartheid Staat"

Oliver VrankovicAuf Einladung der DIG Rhein-Neckar, Mannheim referierte am 2. Juli der in Israel lebende Oliver Vrankovic in einem Vortrag an der Mannheimer Abendakademie vor gut 60 Zuhörerinnen und Zuhörern über das multikulturelle Israel. Anhand seiner persönlichen Erfahrungen in Israel machte er anschaulich, dass Stigmatisierungen des jüdischen Staates als "Apartheitsstaat" und "Kolonialstaat" geschichtsvergessen ist und völlig an den Realitäten vor Ort vorbei geht. Aber genauso falsch ist es, Israel als anti-muslimisch zu bezeichnen, alle Religionen haben in Israel mehr Kompetenzen als z.B. in Deutschland.

Israel ist als Heimstätte der Juden gegründet worden, die von Beginn an das Ziel hatten, das Land zu entwickeln (und nicht auszubeuten). Von Beginn der Staatsgründung sind Juden aus aller Welt, u.a. dem Nahen Osten, eingewandert, so dass die Bevölkerungsmehrheit in Israel heute mehrheitlich keinen europäischen Migrationshintergrund hat. Das Zugehörigkeitsgefühl zu dieser Einwanderungsgruppe ist oftmals auch ausschlaggebend, welche Parteien die Israelis bei Wahlen ankreuzen und weniger die Standpunkte der Parteien zum Friedensprozess, zu anderen aktuellen Themen oder persönliche Verfehlungen einzelner Politiker.

Oliver Vrankovic rief dazu auf, Handel und sonstige Kontake zum Iran von der Abkehr der israelfeindlichen Propaganda und Politik abhängig zu machen. Die Zweistaatenlösung sieht Oliver Vrankovic derzeit als unrealistisch an. Denn solange der Iran Israel vernichten möchte und seinen Einfluss bei Israels Nachbarn ausbaut, kann es sich Israel nicht erlauben, einem Palästinenserstaat direkt an seinen Grenzen zu haben, der mutmaßlich sofort vom Iran kontolliert wird.

In einem ausführlichen Interview mit dem freien Radio "Bermudafunk" am 27. Juli führt Oliver Vrankovic seine Thesen nochmals aus. Sie können sein Interview hier nachhören:

Kurzfassung: https://www.freie-radios.net/96543

Langfassung: https://www.freie-radios.net/96537 

Oliver Vrankovic (geb. 1979) lebt seit 2007 in Israel und arbeitet seit 2009 als Pflegehelfer im Elternheim Pinkhas Rozen der Vereinigung der Israelis mitteleuropäischer Herkunft. Außerdem arbeitet er seit 2016 bei der Wiener Library, dem größten Holocaust Archiv der Welt, ist freiberuflich als Koordinator von Bildungsreisen tätig und schreibt in diversen deutschen Medien über Israel. Seinen eigenen Blog hat er unter http://www.derkichererbsenblog.com.

Israel. Die multikulturelle Gesellschaft

Vortrag von Oliver Vrankovic am 02. Juli in Mannheim.

In Israel treffen auf engstem Raum westliche und orientalische Denk- und Verhaltensweisen, unterschiedliche Religionen, An-schauungen und Kulturen aufeinander. Die Identitätsfrage beschäftigt das Land mehr als jede andere Frage und ist in jeden Konflikt verwoben. Die multikulturelle und multiethnische Vielfalt macht es unmöglich DEN Israeli zu bestimmen. Bestehende Gräben zwischen Säkularen, National-Religiösen, Ultraorthodoxen und Arabern werden ständig vertieft und zugeschüttet. Gleichzeitig verlaufende Desintegrations- und Integrationsprozesse zeichnen das Land.

Ehrung langjähriger Mitglieder

Impressionen von der Mitgliederehrung am 11. April im Jüdischen Gemeindezentrum Mannheim:

„Wehret den Anfängen - BDS ist Antisemitismus pur"

80 Jahre Novemberpogrome.

Die beiden Vizepräsidenten der Deutsch-Israelischen Gesellschaft, Parlamentarischer Staatssekretär Christian Lange (SPD) und die stellv. Vorsitzende der CDU/CSU-Bundestagsfraktion Gitta Connemann (CDU), erklären anlässlich des 80. Jahrestags des 9. November 1938:

"Der 9. November 1938 ist einer der dunkelsten und schlimmsten Tage in der Geschichte unseres Landes. In der Reichspogromnacht brannten überall Synagogen und jüdische Einrichtungen. Wohnungen und Geschäfte wurden geplündert und zerstört, Tausende von Juden verhaftet und Hunderte getötet - alles unter den Augen der Öffentlichkeit. Es war ein staatlich inszenierter Zivilisationsbruch, nicht nur verübt von fanatischen Nationalsozialisten, sondern auch von Menschen, die bis dahin Nachbarn waren. Das erfüllt uns auch nach 80 Jahren mit Scham und Entsetzen".

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