"Die Erde ist eine Scheibe und Israel ein Apartheid Staat"

Oliver VrankovicAuf Einladung der DIG Rhein-Neckar, Mannheim referierte am 2. Juli der in Israel lebende Oliver Vrankovic in einem Vortrag an der Mannheimer Abendakademie vor gut 60 Zuhörerinnen und Zuhörern über das multikulturelle Israel. Anhand seiner persönlichen Erfahrungen in Israel machte er anschaulich, dass Stigmatisierungen des jüdischen Staates als "Apartheitsstaat" und "Kolonialstaat" geschichtsvergessen ist und völlig an den Realitäten vor Ort vorbei geht. Aber genauso falsch ist es, Israel als anti-muslimisch zu bezeichnen, alle Religionen haben in Israel mehr Kompetenzen als z.B. in Deutschland.

Israel ist als Heimstätte der Juden gegründet worden, die von Beginn an das Ziel hatten, das Land zu entwickeln (und nicht auszubeuten). Von Beginn der Staatsgründung sind Juden aus aller Welt, u.a. dem Nahen Osten, eingewandert, so dass die Bevölkerungsmehrheit in Israel heute mehrheitlich keinen europäischen Migrationshintergrund hat. Das Zugehörigkeitsgefühl zu dieser Einwanderungsgruppe ist oftmals auch ausschlaggebend, welche Parteien die Israelis bei Wahlen ankreuzen und weniger die Standpunkte der Parteien zum Friedensprozess, zu anderen aktuellen Themen oder persönliche Verfehlungen einzelner Politiker.

Oliver Vrankovic rief dazu auf, Handel und sonstige Kontake zum Iran von der Abkehr der israelfeindlichen Propaganda und Politik abhängig zu machen. Die Zweistaatenlösung sieht Oliver Vrankovic derzeit als unrealistisch an. Denn solange der Iran Israel vernichten möchte und seinen Einfluss bei Israels Nachbarn ausbaut, kann es sich Israel nicht erlauben, einem Palästinenserstaat direkt an seinen Grenzen zu haben, der mutmaßlich sofort vom Iran kontolliert wird.

In einem ausführlichen Interview mit dem freien Radio "Bermudafunk" am 27. Juli führt Oliver Vrankovic seine Thesen nochmals aus. Sie können sein Interview hier nachhören:

Kurzfassung: https://www.freie-radios.net/96543

Langfassung: https://www.freie-radios.net/96537 

Oliver Vrankovic (geb. 1979) lebt seit 2007 in Israel und arbeitet seit 2009 als Pflegehelfer im Elternheim Pinkhas Rozen der Vereinigung der Israelis mitteleuropäischer Herkunft. Außerdem arbeitet er seit 2016 bei der Wiener Library, dem größten Holocaust Archiv der Welt, ist freiberuflich als Koordinator von Bildungsreisen tätig und schreibt in diversen deutschen Medien über Israel. Seinen eigenen Blog hat er unter http://www.derkichererbsenblog.com.

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